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Projektbeschreibung

Der Neubau der Alt-Katholischen Kirche Augsburg stellt einen wichtigen gesellschaftlichen Baustein im Herzen des neuen Stadtteils Sheridan-Park im Westen von Augsburg dar und bietet angemessen Raum für die prosperierende Gemeinde, die seit 60 Jahren Gast in der evangelischen Heilig-Geist-Kapelle am Roten Tor in der Innenstadt gewesen ist.

Unser Projekt in Bildern

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Der Standort

Das Gebiet mit dem Namen Sheridan-Park ist ein neuer, 70 ha großer Stadtteil, der auf dem Areal einer ehemaligen Kaserne entstanden ist. Wohnen, Gewerbe und Freibereiche finden in einer neuen städtebaulichen Ordnung zueinander. Der alte Baumbestand, weite grüne Parkflächen, wenige Gebäude wie das ehemalige Offizierskasino und der Grasige Weg, eine Ost-West-Verbindung, sind Bausteine einer früheren Zeit.

Der Neubau der Alt-Katholischen Kirche Augsburg mit Sakralraum, Gemeindesaal, Pfarrbüro und drei Wohneinheiten ist bewusst auf ein Grundstück in die Mitte des Sheridan-Parks gesetzt, im Schnittpunkt von Grasigem Weg, Park und Wohngebiet. Die Mauer am Grasigen Weg bildet den räumlichen Halt des Kirchplatzes, der sich zum weiten Park nach Süden hin öffnet.

Architektur trifft Theologie

Das Gebäude ist von unterschiedlichen Standpunkten aus sehr gut sichtbar: sei es vom Park oder vom Ende des Grasigen Wegs aus.

Begegnung – Austausch – Heimat

Der Hauptbau bildet den Raum für den Gemeindesaal im Erdgeschoss und den Sakralraum im Obergeschoss – so steht die Gemeinde mit den Füßen auf dem Boden und blickt mit dem Herzen himmelwärts.

Der Kirchenraum ist ein heller, beinahe quadratischer Holzraum mit einer Grundfläche von 13 mal 16 Metern. Vier Wände spannen den schlichten, neun Meter hohen Kirchenraum auf, der schwarze, polierte Estrich und die horizontale Kiefernleistenschalung der Wände schaffen eine ruhige Atmosphäre. Die einem Sheddach ähnliche Dachkonstruktion mit vier verglasten Fachwerkträgern und konvex gebogenen, weiß lasierten Dachflächen lenkt das Tageslicht modulierend von oben in den Kirchenraum, der Platz für bis zu 80 Personen bietet.

Der Hauptraum bildet als Versammlungsraum eine Mitte ohne überhöhte Hierarchien. Weder Fenster noch Wanddekoration stört die Konzentration. Eine kleine Kapelle als Rückzugsraum und die Tabernakelnische sind angrenzend unter der Empore angeordnet. Die Tabernakelnische liegt auf einer Linie mit dem Buchtisch und dem Altar und bildet eine unaufdringliche Verbindung der wesentlichen liturgischen Orte. Der Ambo links vom Altar schließt, leicht gedreht, den Bogen zur Bestuhlung. Das Taufbecken im Eingangsberech kann bei Bedarf in die Raummitte gerückt werden.

Ein offenes Treppenhaus bildet die räumliche Verbindung des Kirchenbaus mit dem privaten Wohnhaus. Pfarrbüro und Sakristei liegen im ersten Geschoss und sind über die Treppe oder den Aufzug erreichbar.

Drei Wohnungen unterschiedlicher Größe sorgen dafür, dass auch in Zukunft verschiedenartige Bedürfnisse von Pfarrern und Pfarrerinnen, Bewohnern und Bewohnerinnen, mit und ohne Familie, erfüllt werden können. Die Mieteinnahmen dienen der Refinanzierung und werden zum Bauerhalt eingesetzt.

Ökologie

Die Gebäude wurden in Niedrigstenergiestandard in moderner vorgefertigter Holztafelbauweise errichtet. Gebäudehülle und  Dach sind hoch wärmegedämmt. Sichtbare Brettstapeldecken im Wohngebäude und eine Betondecke zwischen Gemeindesaal und Kirchenraum erhöhen die Speichermasse des Gebäudes. Die Bauweise vereint Wertbeständigkeit, Ökologie und Materialität.

Die Bekleidung aus senkrechter gehobelter Brettschalung in Lärche wird bald eine feine, silbergraue Oberfläche, natürliche Patina, ansetzen.

Der Hauptbaustoff ist Holz – davon sind über 260 Kubikmeter verbaut. Damit leistet die Alt-Katholische Kirche Augsburg einen aktiven Beitrag zum Klimaschutz, da in diesem Bauwerk ein CO2 Volumen von ca. 260 Tonnen für lange Zeit gespeichert ist.