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Sommerfest mit Verleihung des Fritz-Bender-Sonderpreises

Am 10. Juli 2016 luden wir zum Sommerfest auf unseren Kirchenvorplatz ein. Der Höhepunkt dieses gelungenen Festes war der Festakt zur Verleihung des Fritz-Bender-Sonderpreises an unseren Architekten Frank Lattke für den Bau unserer Apostelin-Junia-Kirche. Den Stiftungsrat überzeugte vor allem die biologische Bauweise: CO2-neutral, mit umweltfreundlichem und kostensparendem Energiekonzept, Wärmerückgewinnung, atmungsaktiver Gebäudehülle, natürlichen und schadstoffarmen Baustoffen und einer guten städtebaulichen Einbindung. Besonders wurde auch das große Engagement der Gemeinde selbst in Planung und Bau hervorgehoben.

Der Erlös des Festes und einen Teil des Preisgeldes ist dafür vorgesehen den noch fehlenden Glockenturm der Kirche zu finanzieren.

Baupreis für die Apostelin-Junia-Kirche

Das Architektenbüro lattkearchitekten erhält den Fritz-Bender-Sonderpreis 2016 für das Projekt Neubau der alt-katholischen Apostelin-Junia-Kirche.Dieser Preis ist mit 10.000 Euro dotiert. Den Betrag teilen sich Architektenbüro und Gemeinde.

In der Begründung der Fritz-Bender-Stiftung heißt es: “Der Neubau der alt-katholischen Apostelin-Junia-Kirche … überzeugte vor allem durch die biologische Bauweise im Sinne der Vorgaben unseres Stifters, des Münchner Bauunternehmers Fritz Bender.” Weiter heißt es: “Der Stiftungsrat der Fritz-Bender-Stiftung vergibt zur Würdigung dieses auch architektonisch beeindruckenden Baues ausnahmsweise einen Sonderpreis, da das Projekt aufgrund seiner liturgischen Bestimmung mit den anderen Bewerbungen nicht verglichen werden konnte.”

Der Stiftungsrat würdigt im Weiteren die “beeindruckende Gestalt der Kirche” und “das hohe Engagement der Gemeinde”.

Februar 2016: Gemeindeversammlung hat über den Bau eines Kirchturms beraten

In der Gemeindeversammlung am 21.Februar, die sich mit dem Haushalt zu befassen hatte, musste der Kirchenvorstand zwei Versionen des Haushaltsplanes bereithalten: Stand doch zur Abstimmung, ob die Gemeinde für den Bau eines Glockenturms ein Darlehen bei der Synodalkasse beantragt, dessen Tilgung der Investitionsfonds übernimmt, so dass für die Gemeinde nur die anfallenden Zinsen zu zahlen sind.

Da sieht natürlich der Haushaltsplan anders aus, weil neben den Zinszahlungen auch andere Baukosten und Spendeneinwerbungen berücksichtigt werden müssen.
Es war spannend!
„Der freistehende Campanile markiert als Glockenturm an der Schnittstelle von Park und Grasiger Weg städtebaulich die Position des Kirchengebäudes und unterstützt die Bedeutung der Apostelin-Junia-Kirche im Zentrum des Sheridan-Parks.“
So steht es in einer Projektbeschreibung unseres Architekten Frank Lattke.
Mit seinem Modell des Turms und den ausführlichen Erläuterungen konnte er die Versammlung überzeugen, so dass fast einstimmig beschlossen wurde, den Kredit zu beantragen.
Wir haben also wieder ein Ziel, das wir erreichen möchten. Den Kirchenbau haben wir schon geschafft – packen wir den Turm und die Glocken an!

Patrozinium 2015 – Orgel nach erfolgreichem Stimmbruch

„Heute werden gleich zwei Feste gefeiert“  lauteten die ersten Worte von Pfarrerin Alexandra Caspari zur Eröffnung des Gottesdienstes zum Patrozinium am  17. Mai 2015 in der alt-katholischen Gemeinde in Augsburg. Denn neben der  Eucharistiefeier zu Ehren der Namensgeberin der Apostelin-Junia-Kirche stand auch die Einweihung des neuen Subbassregisters der Orgel im Zentrum des Patroziniumssonntags.
Pünktlich um 10.00 Uhr erklangen in der bis auf den letzten Platz besetzten Kirche mit dem Orgelkonzert op.  4 Nr. 5 in F-Dur von Georg Friedrich Händel  die ersten Töne der um den Subbass erweiterten Orgel, die den Besuchern nicht nur ins Gehör, sondern auch „gehörig“ durch den Bauch  gehen sollten, wie es Alexandra Caspari in ihrer Predigt formulierte.

Denn genau wie bei einem Rockkonzert, so die Pfarrerin, könne man auch den Bass der neuen Orgel nicht nur hören, sondern ihn auch in seinem Körper spüren.
Dieses Gefühl, dass Musik durch Leib und Seele gehen kann, durften die Augsburger Alt-Katholiken dann auch während des gesamten Gottesdienstes intensiv erleben: Neben Friedrich Händels Orgelkonzert wurde Joseph Haydns „Benedictus“ aus der kleinen Orgelmesse in B-Dur  und W.A. Mozarts „Laudate Dominum“ virtuos an der Orgel und ausdrucksstark von zwei Solistinnen (beide Gesang) interpretiert . Begleitet wurden sie dabei von einem Streichquartett mit zwei Geigen, einem Cello und einer Bratsche. Im Anschluss an den Ohrenschmaus lud die Gemeinde zu einem kulinarischen Genuss ein, der allerdings noch nicht den Höhepunkt des Tages darstellte:
In einem feierlichen Orgelkonzert mit dem Organisten Peter Bader konnte das neue Subbassregister der Orgel in der Apostelin-Junia-Kirche die von überall herbeiströmenden Zuhörer mit einem eigens darauf abgestimmten Programm vollends begeistern. Wie bereits am Vormittag mussten wieder fleißige Helfer zusätzliche Stühle und Bänke heranschaffen, um für jeden einen Platz bereit zu stellen. Pfarrerin Caspari und die alt-katholische Gemeinde freuten sich über den großen Zulauf in ihre Kirche.

Susanne Täufer

Juli 2014: Ein Fest rund um die weltweit einzigartige Open-Air-Orgel

Eine kleine aber feine Orgel seht seit der Kirchweihe vor zwei Jahren auf der Empore unserer Apostelin-Junia-Kirche in Augsburg. Allerdings hat uns der Orgelbauer gleich beim Kauf dieses Instruments gesagt, dass ihr als Kirchenorgel etwas Entscheidendes fehlt, nämlich ein Subbass-Register. Damals wusste keiner was das ist, aber inzwischen haben wir es gelernt: Es ist ein Bassregister, das der Orgel erst den richtigen vollen Klang und ein Fundament verleiht.
Nun gibt es so etwas leider nicht bei eBay zum Schnäppchenpreis, und – wen wundert’s – die Kasse ist nach dem Kirchenbau ziemlich leer. Deshalb musste zu unserem zweijährigen Kirchweihjubiläum ein EVENT her, das viele Besucherinnen und Besucher anziehen würde.
Unser Orgelbauer, Herr Schindler aus Ostheim vor der Rhön, hatte einen überraschenden Vorschlag: Er verfügt über eine weltweit einzigartige Rarität, eine fahrbare „Open-Air“-Konzertorgel. Mit dieser würde er aus der Rhön angefahren kommen, und so könnte auf unserem Kirchenvorplatz, der mitten im Sheridanpark liegt, ein öffentliches Orgelkonzert gegeben werden. Natürlich waren alle von dieser Idee begeistert. Alexandra Caspari, unsere Pfarrerin, überzeugte zwei renommierte Organisten, Thomas Mayer, Vikar und Kirchenmusiker aus der alt-katholischen Gemeinde in München, und Peter Bader, Kirchenmusiker an der römisch-katholischen Basilika St. Ulrich und Afra in Augsburg, dieses Neuland zu betreten und ein besonderes Orgelkonzert im Freien zu geben.
Für Planung, Organisation und Durchführung fanden sich in unserer Gemeinde  viele Helfer und Helferinnen. Wieder einmal durften wir erfahren, dass wir gemeinsam etwas ganz Besonderes auf die Beine stellen können: ein Festprogramm, das sich einen ganzen Tag um die Konzertorgel auf unserem Kirchenvorplatz dreht. Den Auftakt machte am Vormittag der Gottesdienst im Freien, welcher selbstverständlich auf der Open-Air-Orgel begleitet wurde. Gleich zu Beginn haben wir in lockerer und herzlicher Art unseren neuen Vikar Jörn Clemens in unsere Mitte willkommen geheißen.
In ihrer Predigt sprach Pfarrerin Caspari von der Musik, „…wo Unterschiedliches sich zu einer Einheit zusammenfügt und dadurch zum Genuss wird, der die Seele beflügelt und die Alltagsschwierigkeiten vergessen lässt. Musik schafft Verbindungen – Musik ruft Emotionen hervor. Diese Einheit in Vielstimmigkeit kann auch ein Bild für unsere Gemeinde sein, wie wir unsere Synodalität verstehen: ein gegenseitiges Aufeinander-Hören. Wir wissen, dass wir ganz unterschiedliche Individuen sind, die aber durch eine gemeinsame Sehnsucht miteinander verbunden sind. Wir wollen nicht nur in der Eintönigkeit des Lebens verharren, uns treibt vielmehr die Sehnsucht nach der Vielstimmigkeit an, in der auch Gott seine Stimme in unserem Lebenslied erklingen lässt.“ Und so erklangen fröhliche und kräftige Töne, die der Wind über den Park verteilte. Und da das Wetter, allen Wettervorhersagen zum Trotz, trocken blieb, erklang das Lobe-den-Herrn als Schlussgesang aus vollem Herzen.
Schon gegen Ende des Gottesdienstes stieg den Besucherinnen und Besuchern der Duft von Spanferkel und Grillwürsten in die Nase. Und so konnten wir den gesamten Mittag und Nachmittag viele unterschiedliche Menschen bei unserem Fest begrüßen und verköstigen. Ja, unsere Kirche ist zu einem Treffpunkt für Jung und Alt, für Gemeindemitglieder und Gäste geworden. Dieser Tag bot viel Raum und Zeit für Austausch und ein gegenseitiges Kennenlernen.

Dreimal führte unser Architekt Frank Lattke eine große Gruppe  interessierter Personen durch unseren Kirchenraum. Dabei erklang sogar das eine oder andere Mal unsere kleine Kirchenorgel. Dies war ein guter Anlass, den geplanten endgültigen Standort der Orgel in der Emporenbrüstung zu erklären und auch ein Gefühl dafür zu vermitteln, welcher akustische Gewinn ein Subbassregister für unsere Orgel wäre!

Ein ganz besonderer Höhepunkt stand aber noch bevor: das Orgelkonzert von Peter Bader am frühen Abend. Der Organist verzauberte die ca. 180 Zuhörerinnen und Zuhörer mit zuvor ungehörten Orgelklängen: von Bachs Arioso über Udo Jürgens „Aber bitte mit Sahne“ bis zum „We are the champions“ von Queen. In der untergehenden Sonne entstand eine unglaublich dichte Atmosphäre.

Dass das „We are the Champions“ beim Endspiel am Abend, das wir im Festzelt übertrugen, dann auch nach dem Sieg der deutschen Mannschaft noch einmal angestimmt werden konnte, das setzte diesem wunderbaren Fest die Krone auf.
Mit den Einnahmen des Tages sind wir dem Subbassregister für unsere Orgel einen großen Schritt näher gekommen.
Das Wichtigste aber war, dass unser Gemeindezentrum an diesem Tag inmitten des neuen Stadtviertels ein Raum der Begegnung und des Austauschs war.

Zum Bau haben wir immer geschrieben: Kirche wird dann dort sein, wo ihr eigentlicher Platz ist: Mitten im Leben.
An unserem Festtag ist es wieder einmal Wirklichkeit geworden!

Marianne Hollatz